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Bericht des Kreisjagdmeisters April 2021

Bericht des Kreisjagdmeisters April 2021

Allgemeines, Bestandsentwicklungen, Abschusszahlen

Die Pandemie hat uns auch im abgelaufenen Jagdjahr im Griff gehabt. Wiederum sind die meisten Hegeringversammlungen und Treffen ausgefallen. Für die Rot- und Muffelhegegemeinschaften KdöR fand eine Altersbewertung statt, jedoch keine Hegeschau. Ob dies nachgeholt werden, ist offen. Coronabedingt sind leider auch die meisten HR-Veranstaltungen ausgefallen und andere Treffen. Zumindest auf der Ebene der Hegeringe rege ich eine Wiederholung an, da die Veranstaltung auch dem Austausch und dem Kennenlernen dient. Zusammenhalt kann es nur geben, wenn man sich kennt.  

Die Kreisjagdbeiratssitzung fand erstmals digitalen Format statt, was die Sache nicht erleichtert.


Die Jägerprüfung wurde in einem corona-angepassten Rahmen durchgeführt. Hierzu nochmals mein Dank an die Mitglieder der Prüfungskommission.

Nach langjähriger Tätigkeit sind aus der Kommission Frau Dr. Workert und Herr Johannes Hüllen ausgeschieden. Eine würdige Verabschiedung fiel auch hier der Pandemie zum Opfer. Ich darf Frau Dr. Workert und Herrn Hüllen nochmals in diesem Rahmen für ihren Einsatz und die stets faire Behandlung der Anwärter danken.

Die Schwierigkeiten der Bejagung im abgelaufenen Jahr waren in hohem Maße Corona-bedingt:

Es war eine zeitlang unklar, wie die Einzeljagd durchzuführen sei. Seitens der Regierung wurden zunächst Sonderregelungen für die Jagd vergessen, was wegen unklarer Aussagen der Oberen Jagdbehörde zu zahlreichen Absagen für Gesellschaftsjagden führte. Später wurden die Gesellschaftsjagden wieder freigegeben (jedenfalls auf Schalenwild), wobei die dabei gemachten Auflagen (oder waren es nur Empfehlungen?)  das Ganze nicht vereinfacht haben. Was sich in der Zeit deutlich vermehrt hat, sind Störungen in der Natur.

Insgesamt führte dies im wesentlichen zu einem Absinken der Abschusszahlen beim Rot- und Schwarzwild.

Beim Rotwild setzt sich der Abwärtstrend der letzten Jahre fort (1472, Vorjahre 1579 und 1634, bzw 1725), allerdings immer auf hohem Niveau. Die Erfüllungsquote beträgt damit incl. Freigebiet bei über zufriedenstellenden 85%, die Zahl des erlegten Rotwild in den Freigebieten liegt mittlerweile bei über 200.

Beim Muffelwild konnte eine Abschusserfüllung von über 550% (incl. Freigebiete, wobei der Anteil der Freigebiete beim Gesamtabgang bei über 80% liegt) erreicht werden, Abgang 304, Vorjahre 184 bzw. 171. Hier läuft nun ein Verfahren zur Anpassung des Bewirtschaftungsgebietes an den tatsächlichen Lebensraum. Wir hoffen, dass dies im Sinne der Antragstellung kurzfristig abgeschlossen werden kann. Reviere, in den seit Jahren kein Muffelwild mehr erlegt wurde, werden dabei aus der Bewirtschaftung herausgenommen.

Beim Schwarzwild (Abgang 2706, Vorjahre 5690, 3198, 5810) hat sich die Strecke mehr als halbiert.  Was sind die Gründe? Zum einen die erschwerten Jagdbedingungen, insbesondere auch der Ausfall von Gesellschaftsjagden, die gute Waldmast, aber auch der deutliche Rückgang, insbesondere in der Eifel, was die Bestände angeht. Ausblick für das nun laufende Jagdjahr: M.E. ist mit einem Anstieg zu rechnen.

Wildschaden im Wald und Feld: Größere Beanstandungen gab es auch im abgelaufenen Jahr über Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft nicht.

Beim Rehwild lag der Gesamtabgang wiederum über dem sehr hohen Vorjahr, (4269, Vorjahre 4026, 4052 und 3994).

Der Kreis besitzt kein Damwildhegegebiet, erlegt wurden gleichwohl 108, Vorjahr 102.  

Die Bestände beim Schalenwild befinden sich daher auf einem guten Niveau, eine Bejagung ist in Zukunft nicht nur möglich, sondern nötig. Die Landschaften des Kreises weisen für diese Wildarten nachhaltig gute Voraussetzung und Biotope aus. Teilweise sind aus landeskulturellen Gründen eine Zuwachsbegrenzung und auch eine Reduzierung gefragt. Allen sei gedankt, die hierzu tatkräftig einen Beitrag geleistet haben.

Die Anzahl der sog. MAP-Reviere, also von Gebieten, in denen das waldbauliche Betriebsziel als erheblich gefährdet beschrieben wird, hat sich wiederum geändert, beim Rotwild sind es derzeit 16, beim Rehwild 3. Es ist weiter empfehlenswert, das Gespräch mit den Eigentümern und den Forstbeamten zu suchen, um hier frühzeitig Erkenntnisse zu gewinnen. Ich persönlich bin immer wieder erstaunt, was hier wortlos hingenommen wird, anstatt gemeinsam insbesondere mit dem Forst initiativ zu werden und nach Lösungen zu suchen. Es ist heute wissenschaftlichen nachgewiesen, dass alleine der Abschuss regelmäßig nicht zu dem gewünschten Ergebnis führt. Anzumerken ist, dass inzwischen die Jagdpachtverträge hier Konsequenzen vorsehen.

Der Paradigmenwechsel in der Forstwirtschaft ist noch nicht abgeschlossen. Teilweise wird auf einen Urwald gesetzt, teilweise auf einen Erholungswald, der Wirtschaftswald ist auf dem Rückzug, obwohl er als Rohstofflieferant eine hohe volkswirtschaftliche Bedeutung hat. Die Öffnung des Waldes für touristische Betätigungen und damit eine in diesem Umfang nicht gedachte Beunruhigung der Natur schreitet voran.   Traumpfade und ähnliches werden mit Steuergeldern entwickelt, ohne dass geprüft ist, welcher unternehmerischer Vorteil damit generiert wird.

Naturschutz und das Wild spielen dabei keine Rolle: Die Obere Jagdbehörde hatte im März vergangenen Jahren eine Aufhebung der Schonzeit verfügt. Trotz heftigem Protest wurde daran festgehalten. Durch einen gerichtlichen Vergleich und den sich daran anschließenden Beschluss wurde letztlich festgestellt, dass die Aufhebung gegen geltendes Recht verstoßen hat. Konsequenz: keine. In diesem Jahr wurde nach ähnlichem Muster verfahren. Eine Information an die Jagdausübungsberechtigten, unter welchen Voraussetzungen solche Schonzeitverkürzungen genehmigt werden können, erfolgt weiterhin nicht.

Was heisst dies für uns:

Suchen Sie frühzeitig Kontakt zu den Verantwortlichen, wenn eine weitere organisierte Öffnung des Waldes droht. Suchen Sie den Kontakt zu den Forstbeamten, wenn es um die Gefährdung der Betriebsziele geht. Wer im Gespräch ist, kann etwas erreichen. In der Kreisjagdbeiratssitzung wurde das Thema Wildäsungs- und Bejagungsschneisen diskutiert. Alle Beteiligten waren sich darüber einig, dass hier Handlungsbedarf besteht und haben ihre Unterstützung signalisiert.

 ASP

Hier hat sich zum Glück im Berichtszeitraum für uns nichts wesentliches geändert.

Weiterhin schlecht sieht es beim Niederwild aus. Statistisch gesehen wurden auf einen Feldhasen im letzten Jahr ca. 25 Rehe erlegt.

Im Einzelnen: Baumarder 8 (Vorjahr 3), Steinmarder 27 (48), Dachse 264 (171). Füchse 719 (490), Waschbären 48 (13), Hasen 174 (76), Kanin 60 (63), Enten 178 (150), Gänse 74 (76), Tauben 293 (149), Fasanen 7 (13), Schnepfen 7 (2), Elstern 137 (92), Krähen 380 (289). Vielen Jägern ist dafür zu danken, auf eine Jagd von Hasen, Rebhühnern und Fasanen vorerst und weiterhin zu verzichten.

Jungjäger

Im letzten Jahr haben vor dem Prüfungsausschuss des Kreises 25 Jungjäger die Prüfung erfolgreich absolviert. Ich möchte dazu nochmals unseren Glückwunsch aussprechen. Ich würde Sie bitten, diese Jungjäger, deren Anschriften im Jagd und Jäger angegeben worden sind, Gelegenheit zu geben, das Gelernte auch einsetzen zu kommen.  

Die diesjährige Prüfung läuft bisher wie geplant ab. Es gibt 11 Kandidaten.

Jagdverpachtungen

Die Jagdverpachtungen verliefen bis auf wenige Ausnahmen unproblematisch, d.h. die Nachfrage ist nach wie vor ausreichend, die Angebote abzudecken. Es gab eigentlich kaum Schwierigkeiten, auch die neue Umsatzsteuerpflicht scheint in der Praxis keine Probleme zu bereiten.

Runder Tisch Schwarzwild

Der Runde Tisch hat im vergangenen Jahr nicht getagt. bedürfen. Im übrigen besteht Einigkeit darin, dass der Runde Tisch nur Empfehlungen geben kann, die bereits bekannt sind. Eine Absenkung der Hundesteuer,

Unrat im Walde

Bei der Kreisjagdbeiratssitzung wurde nochmals das Thema Unrat in Feld und Wald, insbesondere von nicht mehr funktionierenden Schutzzäunen, aufgeworfen. Dazu gehören auch das unzulässige Beseitigen von Hecken, Streuobstwiesen und anderem. Bitte melden Sie diese Dinge mir, unserer Kreisgruppe oder der Umweltbehörde bei der Kreisverwaltung, auf Wunsch auch anonym. Im Regelfall kann so eine Abhilfe erreicht werden, die unserer Natur gut tut.

Dr. Schuck, KJM

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